Gerlinde Locker debütierte mit dreizehn am Linzer Landestheater als Hirtenknabe in der Oper "Ero, der Schelm". Nach der mittleren Reife ging sie für drei Jahre an die Kunstgewerbeschule für Handweberei, gleichzeitig auf das Bruckner-Konservatorium zur Schauspielausbildung, und nebenbei spielte sie schon kleine Rollen am Theater.
Nach dem Schulabschluss und der Bühnenreifeprüfung mit achtzehn wurde sie sofort an das Linzer Landestheater engagiert.
Schon im zweiten Berufsjahr bekam sie ihr erstes Filmangebot für Anzengrubers "Der Schandfleck", der ihr einen Fünfjahresvertrag mit der Schönbrunnfilm Wien einbrachte. Sie drehte unendlich viele Heimat- und Unterhaltungsfilme wie z.B. "Hallo, Taxi" und "Herrn Josefs letzte Liebe" mit Hans Moser, "Pfarrer Kneipp", "Dort in der Wachau", "Hohe Tannen", "Meine Tochter Patricia" mit Martin Held, Regie Wolfgang Liebeneiner.
Otto Schenk holte sie ans Theater in der Josefstadt Wien, wo sie die Axjuscha in Ostrowskis "Wald" und in Molieres "Die Schelmenstreiche des Scapin" spielte.
Daneben drehte sie weitere Kinofilme: "Ich bin kein Casanova", zwei "Heintje"-Filme, "Ihr 106. Geburtstag", "Schick' deine Frau nicht nach Italien" und "Morgen um sieben ist die Welt noch in Ordnung" unter Kurt Hoffmanns Regie.
1962 zieht Gerlinde Locker nach München und dreht viele TV-Filme, z.B. "Karl III und Anna von ßsterreich" mit Robert Graf, "Die Perlenkomödie", "Boeing-Boeing" mit Harald Leipnitz und Hans Clarin, die Adele in der Operette "Die Fledermaus" und "Lieselotte von der Pfalz".
1968 und 1969 war sie bei den Salzburger Festspielen die Helene in Hofmannsthals "Der Schwierige" an der Seite von O.W.Fischer.
Bei den Hersfelder Festspielen spielte sie die Alkmene in Hack's "Amphitryon" mit Götz George, Königin im "Hamlet" und Olivia in Shakespeares "Was ihr wollt".
Sie war als Gast in den Komödien von Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf u.a. zu sehen in schönen Rollen wie "Nächstes Jahr, gleiche Zeit", "Die Dame mit dem Hündchen", Ayckbourns "Halbe Wahrheiten" und "Unsere liebste Freundin".
Gerlinde Locker war auch häufig auf Tournee mit Stücken wie "Torquato Tasso", "Das Glas Wasser", "Süsser Vogel Jugend" und "Vier Fenster zum Garten". Außerdem spielte sie in der Komödie am Max II in München "Diner Party" von Neil Simon.
Im Fernsehen war sie oft zu sehen: in Episoden von "Derrick", "Ein Fall für Zwei", "Sylter Geschichten" und der Neuverfilmung von Heinrich Spoerls Lustspiel "Der Maulkorb".
In Cornwall drehte sie die Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Solange es dich gibt", in Schweden Inga Lindströms "Inselsommer" und in Kanada "Im Tal der wilden Rosen".
Dann stand sie für "Der Fuchs - Über den Dächern von Frankfurt" Regie Franziska Meyer-Price, vor der Kamera, drehte in Norwegen den Fernsehfilm "Fjorde der Sehnsucht" und anschließend "Die Frauen der Parkallee" Regie Michael Steinke.
Es folgte je eine Episode von "Soko 5113", von "Forsthaus Falkenau" und "In aller Freundschaft" und das Fernsehspiel "Der Prinz von nebenan" Regie Peter Stauch.
2008/09 stand sie für die Familiensaga "Geld.Macht.Liebe", in der sie die Patriarchin eines Familienclans spielte, vor der Kamera. 2009 drehte sie außerdem für "Die geerbte Familie" unter der Regie von Christine Kabisch. 2010 dreht sie "SOKO 5113" unter der Regie von Sebastian Sorger, "Vater aus heiterem Himmel" Regie Uli Baumann, "Prager Geheimnis" Regie Marco Serafini. 2011 spielte sie in dem Fernsehfilm "Inga Lindsröm: Das Haus am See", Regie Uli Baumann.
Gerlinde Locker wohnt mit Ehemann in München.
Stand Januar 2012